| Übung bei ehemaliger Firma Kuschel |
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| Geschrieben von: M. Schüchner | |||||||
| Freitag, 09. Juli 2010 um 00:31 | |||||||
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VERGLEICH: 1970 brannten in Steinbach am Wald die Fabrik und das Wohnhaus der Familie Kuschel ab. Wir beleuchten, was sich seitdem im Löschwesen verändert hat. |
Steinbach am Wald — Zwischen 14.15 und 14.30 Uhr bemerken zwei Frauen, dass zwischen dem Wohnhaus und den Garagen der Familie Kuschel in Steinbach am Wald, Ortsteil Bahnhof, Rauch aufsteigt. Zwischen 15 und 15.15 Uhr wird die Feuerwehr alarmiert. Die Polizei nimmt an, dass der Brand zwischen 13.15 und 13.30 Uhr ausgebrochen ist.
Dass dieser Brand nicht in heutigen Tagen gewesen sein kann, zeigt die Zeit, die zwischen dem Ausbrechen beziehungsweise Bemerken des Feuers und dem Eintreffen der Feuerwehr liegt. Es war am 3. Juli 1970, also vor 40 Jahren, als die Fabrik und das Wohnhaus der Familie Kuschel, die sich damals im Urlaub befand, abbrannten. Die Feuerwehr Steinbach am Wald erinnerte gestern an diesen Großbrand mit einer Übung am damaligen Brandort. Kommandant Christian Schulz zieht zudem im Gespräch mit unserer Zeitung einen Vergleich des Löschwesens von 1970 und heute.
| Wasser war knapp |
„Kurz nach 15 Uhr hatte man in der Nachbarschaft anscheinend noch nichts von dem Feuer bemerkt oder man nahm an, dass es nicht so schlimm ist, denn die Kinder spielten auf der Straße, und teilweise befanden sich Leute in den Gärten“, liest Schulz aus einem Zeitungsbericht vom 4. Juli 1970 vor. Heute wäre so etwas gar nicht mehr denkbar, die Leute würden, sobald sie in ihrer Umgebung Rauch bemerken, sofort die Feuerwehr verständigen.
Horst Greiner war damals Mitarbeiter der Firma und erinnert sich: „Gleich nach der Steinbacher Wehr wurde auch die Feuerwehr Ludwigsstadt – und später die Wehren in Windheim und Alexanderhütte – alarmiert, weil diese ein Tanklöschfahrzeug hatte und das Wasser knapp wurde. Damals rief die Polizei noch in der Feuermeldestelle im Rathaus an, einer ist rausgesprungen, hat den Feuermelder gedrückt und dann sind die Feuerwehrmänner angerückt. Dann mussten sie aber beim Rathaus, wo die Feuermeldestelle ja war, erst einmal anhalten und nachfragen, wo es denn überhaupt brennt.“ Diese Art der Alarmierung sei früher ganz normal gewesen.
"Wir sind
Christian Schulz, Kommandant |
Heute undenkbar, sagt Schulz. Von der Alarmierung bis zum Ausrücken dürfen heutzutage höchstens drei Minuten vergehen. Durch die Integrierte Rettungsleitstelle, die ab 27. Juli auch für die Feuerwehr in Betrieb genommen wird, werden heutzutage automatisch die Wehren alarmiert, die man bei der entsprechenden Alarmstufe benötigt. „Wenn zum Beispiel ein Großbrand gemeldet wird, spuckt der Leitstellenrechner automatisch aus, welche Wehren in der Umgebung dazu noch gebraucht werden können. Diese werden automatisch sofort mit alarmiert, denn im Computer ist gespeichert, welche Wehren womit ausgerüstet sind“, erklärt Schulz.
Und auch am Wasser mangelt es der Wehr heute nicht mehr. Während damals die Wehren „sehr unter der großen Wassernot zu leiden hatten, so dass es unmöglich war, das Feuer rechtzeitig unter Kontrolle zu bringen und die Flammen zu löschen“, kann die Feuerwehr Steinbach am Wald heute drei Kilometer Schläuche verlegen, und die Wasserversorgung ist durch die FWO gesichert. Zudem hat die Steinbacher Wehr ein Tanklöschfahrzeug 20/40, das über 4000 Liter Wasser beinhaltet.
„Wir sind eine der modernst ausgerüsteten Wehren“, ist Schulz stolz. Insgesamt verfügt die Wehr heute über sechs Fahrzeuge, fast jedes davon ist mit Atemschutzgeräten ausgestattet. Allein von den 50 Aktiven, sind die Hälfte Atemschutzgeräteträger. Beim Brand der Firma Kuschel vor 40 Jahren musste hingegen die Atemschutzgruppe der Feuerwehr Kronach angefordert werden. „Früher musste auch noch die Schutzausrüstung durchgetauscht werden. Heute hat jeder seine eigene“, erklärt Schulz.
Und während 1970 der Brandherd nicht festzustellen war, kommen heutzutage Wärmebildkameras zum Einsatz, mit denen man den Brandherd lokalisieren und dort gezielt löschen kann. Unter anderem, weil es diese Möglichkeit damals noch nicht gab, ist das Gebäude wohl komplett heruntergebrannt. Lediglich ein Übergreifen auf einen Lackierraum– die Firma Kuschel stellte Kleinmöbel und Serviertabletts her – konnte durch eine Mauer und einen großen Schaumangriff verhindert werden, wie sich Rolf und Hans Fehn erinnern, die damals als Feuerwehrmänner mit vor Ort waren und noch heute aktiv bei der Steinbacher Wehr sind. Die Autos hingegen habe man, so Horst Greiner, nicht aus der Garage retten können, weil diese zugesperrt waren. Heute wäre auch das durch die Ausstattung der Wehren kein Problem mehr. „Erfreulich wäre lediglich, wenn sich mehr Bürger in der Feuerwehr engagieren würden“, so Schulz.
Bericht: Corinna Igler, Fränkischer Tag


| Bilder von der Übung: |




