Rasche Hilfe bei Unfällen gewährleistet - Übergabe an die Wehr durch Landrat Dr. Köhler
Kronach (hw). Mit einer zweiten Rettungsschere wurde nunmehr, wie vorgesehen, der nördliche Landkreis versorgt. Landrat Dr. Heinz Köhler übergab das Gerät am vergangenen Dienstag der Freiwilligen Feuerwehr Steinbach am Wald. Zur Übergabe konnte er die Vorsitzenden der Fraktionen des Kreistages, Alois Hauptmann SPD, Christoph Zeckai CSU und für die FWG/FdP Kreisrat Otto Lenker begrüßen, Bürgermeister E. Trebes, Kreisbrandmeister Gerhard Barth, Tettau, die örtliche Feuerwehr, mehrere Angehörige des Gemeinderates sowie den Vertreter der Herstellungsfirma, Metallwerk Boxdorf GmbH Nürnberg, Ludwig Schwarz, herzlich willkommen heißen.
Landrat Dr. Heinz Köhler nannte es einen für die Verkehrssicherheit erfreulichen Tag, daß nunmehr das zweite Rettungsgerät im Landkreis übergeben werden konnte. Die erste Schere sei in der Stadt Kronach stationiert. Sie sei vor etwa 1 1/2 Jahren angeschafft worden und habe bisher hervorragende Dienste geleistet Mancher schwere Unfall wäre schlimmer ausgefallen, wenn nicht eine Schere vorhanden gewesen wäre. Nach den bisherigen positiven Erfahrungen sei eine weitere Rettungsschere in den nördlichen Landkreis notwendig gewesen. Nach Prüfung aller Umstande sei von den Führungskräften der Freiwilligen Feuerwehr des Landkreises Steinbach am Wald als Standort dafür ausersehen worden.
Die Auslieferung des Gerätes habe allerdings etwas länger gedauert, als vorgesehen gewesen sei. Dies sei darauf zurückzuführen, daß neue Geräte auf den Markt gekommen seien, die erst nach gründlicher Überprüfung freigegeben wurden. Die neue Schere habe gegenüber der zuerst angeschafften wesentliche Vorteile. Zunächst sei die Qualität besser und außerdem sei sie mit rund 12.000 Mark etwa um die Hälfte billiger. Erforderlich sei nun noch ein Notstrom-Aggregat das nochmals etwa 4.000 Mark koste.
Landrat Dr. Heinz Köhler erwähnte in seiner Ansprache auch die bisherigen Leistungen des Landkreises auf dem Sektor Verkehrssicherheit und des Rettungsdienstes. Mit der Aktion "Rette Dein eigenes Leben" habe man mehrere Rettungswagen anschaffen können. Seit längerer Zeit seien auch die Rettungswachen rund um die Uhr besetzt. Zur Zeit führe man Verhandlungen über die stufenweise Einführung des Notarztsystems noch im laufenden Jahr. Für schnelle Hilfe bei schweren Unfällen sei die Stationierung von Notruf-Telefonen von größter Bedeutung. Sie ist an den wichtigsten und unfallträchtigsten Straßen des Landkreises vorgesehen.
Für die nächste Zeit sei die Anschaffung einer weiteren Rettungsschere vorgesehen, die in Steinwiesen stationiert werde. Damit sei dann erreicht, daß Unfallorte innerhalb des Landkreises In kürzester Zeit erreichbar seien. Wesentliche Voraussetzungen für reibungslosen Einsatz sei jedoch, daß die Bedienungsmannschaften ständig einsatzfähig seien. In Steinbach/W. ist der Gemeindearbeiter H. Schirmer mit der Aufgabe betraut. Er ist telefonisch Tag und Nacht erreichbar.
Landrat Dr. Heinz Köhler bedankte sich bei der Freiwilligen Feuerwehr Steinbach/W., die mit der Übernahme der Rettungsschere eine weitere verantwortungsvolle Aufgabe übernommen habe. Sein Dank galt weiter dem Bürgermeister Edwin Trebes und seinen Gemeinderäten sowie den Fraktionen des Kreistages. Mit ihrer Bereitschaft sei wieder ein kleiner Fortschritt auf dem Weg des Rettungsdienstes erreicht.
Zu dem Gerät nahm dann der Firmenvertreter Luidwig Schwarz Stellung. Er führte aus, daß der Markt bisher von einer amerikanischen Firma beherrscht worden sei. Die nunmehr angeschaffte Schere sei ein deutsches Erzeugnis, das erst nach monatelangem Test zum Vertrieb freigegeben worden sei. Das Gerät habe sich jedoch bereits in der Praxis bewährt. Neben dem außerordentlich günstigen Preis seien auch in der Technik und Handhabung wesentliche Vorteile zu verzeichnen. Das Gerät könne im Gegensatz zu früher getrennt genutzt werden. Es könne also zu gleicher Zeit gespreizt und geschnitten werden. Damit sei eine Zeitersparnis von ca. 10 Minuten verbunden, was oft entscheidende Bedeutung über Leben und Tod bei schweren Unfällen habe. Der Spreizer sei außerdem 8 kg leichter als der bisherige und deshalb wesentlich leichter zu handhaben.
Ihren Dank brachten zum Ausdruck Kreisbrandmeister Gerhard Barth. Durch die Rettungsschere sei die Feuerwehr im nördlichen Landkreis schlagkräftiger geworden. Kommandant Gerhard Neubauer versicherte, daß die Feuerwehrleute 100prozentig am neuen Gerät ausgebildet würden.
Den Dankesworten schloß sich auch Bürgermeister Edwin Trebes an. Gemeinde und Freiwillige Feuerwehr von Steinbach seien sich der Verantwortung bewußt. Durch die Anschaffung des Gerätes wird der Landkreis mit 7.765 Mark belastet. 40 Prozent der Ausgaben, gleich 5.170 Mark werden durch einen Staatszuschuß getragen.
Fränkischer Tag, 27.01.1977 |